Privates DNS verschlüsselt nur deine Namensabfragen; ein VPN verschlüsselt den gesamten Verkehr und verbirgt deine IP vor den Websites. Mit VPN lässt du Privates DNS am besten auf „Automatisch“, damit die Abfragen den Resolver des VPNs im Tunnel nutzen. Trägst du stattdessen den Hostnamen eines Anbieters ein, laufen deine Abfragen zwar weiter verschlüsselt durch den Tunnel, aber die DNS-Filter des VPNs greifen nicht mehr.
Android hat eine Einstellung namens Privates DNS, und viele schalten sie ein, weil sie sie für eine Art leichtes VPN halten. Das ist sie nicht, nutzlos ist sie aber auch nicht. Beide schützen unterschiedliche Dinge, und wie sie zusammenspielen, solltest du kennen, bevor du sie kombinierst.
Was beide tun
Jedes Mal, wenn eine App eine Website öffnet, fragt dein Smartphone zuerst einen DNS-Resolver nach deren Adresse. Privates DNS schützt diese Frage. Ein VPN schützt alles, was danach kommt.
| Privates DNS | VPN | |
|---|---|---|
| Was verschlüsselt wird | Nur DNS-Abfragen (die Namen der Websites und Dienste, die du aufrufst) | Der gesamte Verkehr deiner Apps, Abfragen eingeschlossen |
| Wer die Namen weiter sieht | Der gewählte DNS-Anbieter | Der Resolver des VPN-Anbieters, wenn du ihn nutzt |
| Verbirgt deine IP vor Websites | Nein | Ja, Websites sehen die Adresse des VPN-Servers |
| Verbirgt besuchte Websites vor dem Netz | Teilweise: Die Abfragen sind verborgen, Adressen und der Seitenname zu Beginn einer HTTPS-Verbindung oft nicht | Ja, das Netz sieht eine einzige verschlüsselte Verbindung |
| Sperrt Tracker oder Schadsoftware | Nur, wenn der DNS-Anbieter das anbietet | Nur, wenn das VPN das anbietet |
| In Android eingebaut | Ja, seit Android 9 (DNS over TLS) | Braucht eine VPN-App |
Privates DNS ist also für sich schon eine gute Verbesserung: WLAN oder Internetanbieter können deine Abfragen weder mitlesen noch verändern. Der Rest deines Verkehrs bleibt aber so sichtbar wie vorher. Was dieser Rest ist, erklärt unser Ratgeber Was dein Internetanbieter sieht.
Die drei Optionen von Privates DNS
Öffne Einstellungen › Netzwerk & Internet › Privates DNS (bei Samsung: Einstellungen › Verbindungen › Weitere Verbindungseinstellungen › Privates DNS). Du siehst drei Möglichkeiten:
- Aus: Abfragen gehen unverschlüsselt an den Resolver, den das Netz vorgibt.
- Automatisch: Android versucht DNS over TLS mit dem Resolver des Netzes und fällt auf unverschlüsselte Abfragen zurück, wenn dieser es nicht unterstützt. Das ist die Voreinstellung.
- Hostname des privaten DNS-Anbieters: Android schickt alle Abfragen verschlüsselt an den Anbieter, den du nennst, und nur dorthin. Erreicht es ihn nicht, schlagen die Abfragen fehl, statt auf das Netz zurückzufallen.
Dieses Verhalten erklärt die häufige Meldung, dass auf den privaten DNS-Server nicht zugegriffen werden kann: Der Hostname ist falsch geschrieben, der Anbieter ist nicht erreichbar, oder das Netz sperrt DNS over TLS (Port 853). Zurück auf „Automatisch“ behebt das sofort.
Oft kommt die Frage, was der Nachteil von Automatisch ist. Für sich allein kann es in Netzen ohne DNS over TLS unverschlüsselte Abfragen nutzen, ohne dass du es merkst. Mit eingeschaltetem VPN spielt das keine Rolle, denn die Abfragen laufen ohnehin im verschlüsselten Tunnel.
Was passiert, wenn du beides nutzt
Hier wird die Kombination interessant.
- VPN an, Privates DNS auf Automatisch oder Aus. Android nutzt den DNS-Server, den das VPN einrichtet, im Tunnel. Alles ist verschlüsselt, und DNS-Filter des VPNs funktionieren.
- VPN an, Privates DNS mit Hostname. Android schickt die Abfragen weiter an diesen Anbieter. Sie laufen verschlüsselt durch den Tunnel, das Netz sieht sie also nicht. Sie umgehen aber den Resolver des VPNs, seine Filter greifen nicht, und zwei Firmen statt einer sehen Teile deiner Aktivität.
Keine der beiden Varianten verrät deine Abfragen ans Netz. Die Frage ist, wer deine Namen auflöst und wessen Filter du willst.
Was solltest du nutzen?
- Du willst im öffentlichen WLAN die ganze Verbindung schützen: Nimm ein VPN und lass Privates DNS auf „Automatisch“.
- Du willst nur verschlüsselte Abfragen und vertraust einem bestimmten DNS-Anbieter: Privates DNS allein reicht dafür. Das Netz sieht aber weiter, mit welchen Servern du dich verbindest.
- Du willst einen bestimmten DNS-Anbieter und ein VPN: Trag den Hostnamen ein und nimm hin, dass die DNS-Filter des VPNs nicht greifen. Oder nutze die Option für eigenes DNS im VPN, falls es eine gibt.
Filter: Was ein DNS-Filter kann und was nicht
Ein DNS-Filter antwortet „gibt es nicht“ auf Namen, die auf einer Liste stehen: bekannte Tracker, Domains mit Schadsoftware und Phishing, manchmal Werbung. Das ist leicht und wirkt in jeder App. Aber er sieht nur Namen. Er kann keine Dateien prüfen, keine Schadsoftware stoppen, die schon auf dem Gerät ist, und keine Phishing-Seite erkennen, die noch auf keiner Liste steht. Ein Virenscanner ist er nicht.
Wie PryVPN mit DNS umgeht
- Solange du verbunden bist, fragt dein Smartphone Namen beim Resolver deines PryVPN-Servers ab, im Tunnel. Der Resolver prüft DNSSEC und speichert keine Abfrageprotokolle.
- Im Tab Schutz wählst du, was er filtert: Tracker und Schadsoftware sind voreingestellt an; Werbedomains sind aus, bis du sie einschaltest. Einige bekannte Schadsoftware- und Phishing-Domains sperren unsere Server immer, um Missbrauch zu stoppen.
- Unter Einstellungen › Eigenes DNS kannst du einen anderen Resolver nutzen, ebenfalls durch den Tunnel; die Filter wirken dann nicht mehr.
- Ist Privates DNS in Android auf einen Hostnamen gestellt, greifen die Filter nicht. Der Leak-Test in der App warnt dich, wenn es eingeschaltet ist. Unser Hilfeartikel zu DNS-Filtern und privatem DNS hat die Details.
Welchen Resolver du wirklich nutzt, zeigt der Leak-Test in der App; unser Hilfeartikel zum Leak-Test erklärt die Ergebnisse. Zum Protokoll hinter dem Tunnel siehe unsere Seite über WireGuard.
Häufige Fragen
Sollte Privates DNS mit VPN an oder aus sein?
„Automatisch“ ist die übliche Wahl. „Aus“ wirkt genauso, solange das VPN verbunden ist. Einen Hostnamen trägst du nur ein, wenn genau dieser Anbieter deine Namen auflösen soll.
Reicht Privates DNS im öffentlichen WLAN?
Es verbirgt deine Abfragen, das ist schon ein Fortschritt. Das Netz sieht aber weiter die Adressen, mit denen du dich verbindest, oft die Namen der Websites und jeden unverschlüsselten Verkehr. Ein VPN deckt das alles ab.
Macht Privates DNS das Surfen langsamer?
Verschlüsselte Abfragen kosten bei jeder neuen Verbindung zum Resolver etwas Arbeit. Smartphone und Resolver speichern Antworten zwischen, was diesen Aufwand klein hält.
Wenn du DNS-Filter und ein VPN in einer kostenlosen App willst, melde dich für die Beta von PryVPN an.
Quellen
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